Besondere Leistungen

aus dem

andrologischen Labor

Die Untersuchung der Samenzellen (Spermien) des Mannes stellt einen wichtigen
diagnostischen Schritt dar, der für den weiteren Weg einer Kinderwunschbehandlung und Planung der individuellen Behandlung ganz entscheidend ist. Daher ist die Erstellung von fundierten Spermiogrammen sowie die effektive Aufarbeitung und Beurteilung der Spermien im Rahmen Kinderwunschbehandlung von größter Wichtigkeit. Ein weiterer Schwerpunkt des andrologischen Labors ist das Einfrieren von
Spermien oder auch von Hodengewebe und die Lagerung in flüssigem Stickstoff (Kryokonservierung von Spermien oder Hodengewebe).

Apparative und personelle Ausstattung

In unserem praxiseigenen Labor haben wir die Möglichkeit eine ganze Reihe von andrologischen Untersuchungen schnellstmöglich für Sie zu bestimmen. Dank unserer modernen apparativen Ausstattung haben wir die meisten Ergebnisse am selben Tag. Die Untersuchungen erfolgen durch unsere qualifizierten Mitarbeiter. Die Befundung und Beurteilung der Ergebnisse erfolgt zeitnah durch unsere erfahrenen spezialisierten Fachärzte direkt im Kinderwunschzentrum. Im ausführlichen Gespräch mit Ihnen oder der Patientin kann somit gezielt mit der bestmöglichen Behandlung begonnen werden. Bei speziellen Fragestellungen stehen uns zusätzlich qualifizierte urologisch/andrologische Kooperationspartner zur Verfügung. Rasche Ergebnisse garantieren eine optimale Betreuung und unterstützen therapierelevante Entscheidungen vor, während und nach jeder Behandlung. Somit können wir auf eventuelle Unebenheiten schnell und präzise reagieren. Der Datenschutz besitzt wie bei allen Gesprächen und Behandlungen mit Ihnen, höchste Priorität um Ihre Privatsphäre zu schützen.

Das diagnostische Spermiogramm

Der erste Schritt zur Einschätzung der männlichen Zeufungsfähigkeit ist eine Untersuchung der Samenflüssigkeit, auch Ejakulat genannt. Die Gewinnung erfogt nach 2-5 tägiger Abstinenz durch Masturbation mit zeitnaher Analyse im Labor, weshalb eine Gewinnung im Spenderaum des
Kinderwunschzentrums erfolgen sollte. Aufgrund biologischer Schwankungen ist es ratsam mindestens zwei Spermauntersuchungen im Abstand von 8-12 Wochen durchzuführen. Die Analyse erfolgt nach den Richtlinien der Weltgesundheitsorganisation (WHO), wobei standardisiert die Konzentration (Anzahl) an Spermien im Ejakulat, deren Beweglichkeit (Motilität) und Aussehen (Morpholpgie) und andere Chakakteristika beurteilt werden. Nach einer Aufbereitung des Ejakulates mittels Zentrifugation erfolgt eine erneute Analyse, um Ihnen eine adäquate Therapieempfehlung geben zu können.

Das therapeutische Spermiogramm

Auch bei dem therapeutischen Spermiogramm erfolgt die Analyse der Konzentration, Beweglichkeit und Morphologie. Jedoch wird hier ein spezielles Augenmerk auf die Aufbereitung der Probe gelegt, um hier die Besten Resultate für die an diesem Tag stattfindende Therapie zu erzielen.

Untersuchung der Vitalität

Sollte die Beweglichkeit (Motilität) der Spermien einer Samenprobe verringert sein oder sich keines der Spermien bewegen, ist es möglich, durch Anfärben mit einer Eosin-Lösung, herauszufinden, ob die Spermien lebendig sind. Denn ein unbewegliches Spermium muss nicht tot sein! Und kann daher für eine Kinderwunschbehandlung verwendet werden. Liegt der prozentuale Anteil der tatsächlich toten (angefärbten) Spermien einer frisch gewonnenen Probe (bei eingehaltener Abstinenzzeit von 2 bis 5 Tagen) über dem der lebenden Spermien, empfehlen wir eine urologische Untersuchung, um eine Entzündung oder Erkrankung der Nebenhoden auszuschließen.

MAR (mixed antiglobulin reaction)

Spermien sind “Fremdkörper” für das männliche Immunsystem. Daher werden sie von allen anderen (vorallem dem Blut) getrennt gebildet und durch den Körper transportiert. Sollte aufgrund einer Verletzung, Infektion oder anderer Traumata diese Trennung aufgehoben sein, kommt es zu einer Antikörperreaktion, die die Spermien “verklumpen” lassen oder sogar die DNA der Spermien auf verschiedene Weise schädigen kann. Auf diese Antispermien-Antikörper kann man testen und bei positivem Befund die Therapie zum Wunschkind anpassen.

Mikrobiologische Untersuchung des

Ejakulates – Ejakulatkultur

Um eine mögliche Infektion mit Pilzen oder Bakterien (auch Chlamydien), die sowohl mit als auch ohne Symptome verlaufen kann, auszuschließen, kann das Ejakulat mikrobiologisch untersucht werden. Bei positivem Befund wird eine Antibiotikatherapie empfohlen.

Laborchemische Untersuschungen

des Ejakulates
Spermien sind bei ihrer Bildung kaum oder unbeweglich. Erst während ihrer
Passage durch den Nebenhoden und Samenleiter, vorbei an der Prostata, werden
sie durch die Zugabe verschiedener Sekrete (,die die Samenflüssigkeit bilden) und
verschiedener Stoffe (Mikronähstoffe, Spurenelemente usw. ) in den Sekreten
beweglich. Durch eine geringere Konzentration oder dem Fehlen dieser Stoffe
kann die Funktionsfähigkeit des beimengenden Organs oder der Drüse überprüft
und möglicherweise behandelt werden.

DFI (DNA-Fragmentations-Index)

Auch Spermien sind “zerbrechlich”. Die Hauptaufgabe eines Spermiums besteht darin die DNA mit der Erbinformation, welche sich im Spermienkopf befindet, in die Eizelle zu transportieren. Hierfür werden den Spermien im Normalfall verschiedene Nährstoffe und Enzyme für den Weg mitgegeben. Jedoch bleibt unklar, ob die DNA heil ist oder heil ankommt. Aufgrund verschiedener Ursachen kann die DNA “gebrochen” sein, das heißt sie liegt in Fragmenten vor oder sie kann auf dem Weg zur Eizelle “brechen”. Dies verringert die Wahrscheinlichkeit schwanger zu werden bzw. erhöht das Risiko einer Fehlgeburt. Durch die Ermittlung der Fragmentationsrate von Spermien können, im Zusammenhang mit dem Spermiogramm, Behandlungen, die wenig erfolgsversprechend sind, von vornherein ausgeschlossen werden, z.B. bei einer hohen Anzahl von Spermien, welche auf dem Weg zur Eizelle fragmentieren, sollte der Weg “verkürzt” werden. Untersuchungen ergaben, dass Männer durch einen dauerhaften gesunden Lebensstil mit genügend Bewegung und ausgewogener Ernährung den Fragmentations-Index ihrer Spermien senken können.

PICSI® – Physiologische intracytoplasmastische Spermieninjektion

Männer mit geringer Spermienzahl weisen oft Spermien nit beschädigter DNA auf. Dann ist meist eine ICSI-Behandlung notwendig. Diese ungeeigneten Spermien mit beeinträchtigter Entwicklung und Schäden in der DNA können normal und gesund aussehen. Wenn Sie aber für eine Befruchtung ausgewählt werden, kann dies zu einer schlechten Embryoqualität und Schwangerschaftsverlust führen oder zu einer niedrigen Befruchtungsrate oder ausbleibender Befruchtung. Bei der PICSI richtet sich die Auswahl der Spermien für die Injektion in die Eizelle nicht vorrangig nach dem Aussehen (Morphologie), sondern nach ihrem biochemischen Reifezustand.

Spermien, die vollständig ausgereift sind, haben an ihren Köpfen Sensoren (Rezeptoren) für Hyaluronsäure (Hyaluran), welches ein wesentlicher Bestandteil der Eizellhülle (Zona pellucida) ist. Bei der Durchführung der PICSI werden spezielle mit Hyalorongel beschichtete Schalen verwendet, an dem die reifen Spermien “binden”, während unreife Spermien weiterschwimmen. In einem zweiten Schritt werden die gebundenen Spermien nach ihrer Morphologiebeurteilt und die Besten zur Injektion in die Eizelle verwendet. Studien zeigen, das diese Spermien tendenziell keine oder geringere DNA-Schäden haben und daher zu einer höheren Befruchtungs- und Schwangerschaftsrate führen können.

Kryokonservierung von Spermien

aus dem Ejakulat

Die Technik der Kryokonservierung von Spermien ist schon seit vielen Jahren ein etabliertes Verfahren. Dabei werden Samenzellen in flüssigen Stickstoff bei -196 Grad Celsius eingefroren und gelagert. Die Samenzellen bleiben unter diesen Lagerbedingungen nahezu unbegrenzt haltbar. Durch die Abgabe mehrerer Samenspenden bei Abgabeschwierigkeiten oder bei sehr niedrigen Samenkonzentrationen oder vor einer potentiell keimzellschädigenden Chemo- oder Strahlentherapie ist es möglich ein sogenanntes Samenzelldepot anzulegen. Für den Fall, dass nach überstandener Therapie keine eigenen Spermien mehr produziert werden, kann auf dieses Depot zurückgegriffen und mit Hilfe von Maßnahmen der künstlichen Befruchtung ein bestehender Kinderwunsch realisiert werden.

Besonders bei Hodenkrebs, aber auch bei Leukämien und Lymphomen findet sich im Ejakulat häufig schon vor der Behandlung eine eingeschränkte Fruchtbarkeit. Auch in diesen Fällen ist das Anlegen eines Samenzelldepots sinnvoll, da in der Regel immer noch genügend Spermien für eine künstliche Befruchtung vorhanden sind. Die Fruchtbarkeit kann neben der Chemo- und der Strahlentherapie auch durch Operationen beeinträchtigt werden. Im Rahmen einer Lymphknotenentfernung im Bereich des kleinen Beckens, etwa bei Operationen von Hodentumoren, kann es in seltenen Fällen auch bei schonenden Operationstechniken zu einer Schädigung der Nerven kommen, die die Ejakulation steuern. Auch Operationen an der Prostata oder der Harnblase können die Ejakulationsfähigkeit beeinträchtigen. In diesem Fall könnte Hodengewebe operativ entnommen und in flüssigem Stickstoff tiefgefroren gelagert werden, um bei späterem Kinderwunsch mit isolierten Spermien eine künstliche Befruchtung durchzuführen.

Azoospermie (MESA/TESE) – Einfrieren von Spermien aus dem Hodengewebe (TESE)

Für Männer, bei denen im Ejakulat keine Spermien vorhanden sind oder bei denen keine Ejakulatabgabe möglich ist, steht mit der TESE (testikuläre Spermienextraktion) eine gut etablierte Behandlungsmethode zur Verfügung. Bei der TESE handelt es sich um eine Gewinnung von Spermien aus dem Hodengewebe. Bei einem ambulanten Eingriff werden unter Narkose aus den Hoden mehrere kleine Gewebeproben operativ entnommen und danach in Flüssigstickstoff eingefroren und gelagert. Im weiteren Verlauf der Kinderwunschbehandlung können nach Auftauen der Proben hieraus Spermien gewonnen werden. Diese Methode wird seit vielen Jahren angewandt, die Erfolgswahrscheinlichkeiten hängen allerdings davon ab, ob sich zum Zeitpunkt des Einfrierens genügend befruchtungsfähige Spermien im Hodengewebe befinden. Dies wird direkt im Anschluss der Gewebeentnahme analysiert. Aus diesen Spermien kann zu einem späteren Zeitpunkt eine künstliche Befruchtung durchgeführt werden.